Ölziehen: So machen Sie es richtig

  1. Sie sollten immer morgens und auf nüchternen Magen das Öl-ziehen durchführen. Bitte nehmen Sie vorher keine Flüssigkeiten zu sich, da sonst die über Nacht im Mund angesammelten Gifte wieder in den Körperkreislauf geraten. Prothesen sollten vor dem Ölziehen entfernt werden.
  2. Nehmen Sie einen Esslöffel kaltgepresstes Bio-Öl (eine geeignete Ölauswahl finden Sie weiter unten im Text) in den Mund und beginnen Sie zu kauen und zu saugen. Wer es durchhält, sollte das Öl ungefähr 20 Minuten zwischen den Backenseiten hin und herbewegen. Dabei sollte das Öl auch durch die Zahnzwischenräume gedrückt und wieder zurück gesaugt werden. Eine kurze Pause zwischendrin sorgt dafür, dass das Öl in die Schleimhäute einwirken kann. Bitte das Öl weder gurgeln noch schlucken! Im Öl sind durch das Spülen Giftstoffe gelöst, die dem Körper durch das Ölziehen entzogen werden sollen. Runterschlucken wäre hier also kontraproduktiv.
  3. Nach 20 Minuten wird das Öl ausgespukt. Das Öl ist emulgiert, wird dünnflüssiger und hat nun eine weißliche Farbe. Am besten spuckt man es in ein Papierküchentuch und entsorgt es über den Hausmüll. So gelangen die Giftstoffe nicht in den Wasserkreislauf, das Waschbecken bleibt sauber und die Rohre verstopfen nicht.
  4. Im Anschluss wird der Mund mit Wasser gut ausgespült und die Zähne – am besten mit einer Propoliszahnpasta – gebürstet, um Ölreste aus dem Mund zu entfernen. Auch hier sollte das Wasser ausgespuckt und nicht geschluckt werden.

Wie bei vielen Dingen ist dieser Vorgang eine Sache der Übung. Wer nicht direkt einen ganzen Esslöffel Öl für 20 Minuten in den Mund nehmen möchte, kann auch mit einem Teelöffel Öl und mit fünf oder zehn Minuten beginnen und Dauer und Menge dann nach und nach steigern.

Bei  Amalgam-Füllungen fragen Sie bitte zuerst Ihren Zahnarzt, ob Ölziehen für Sie in Frage kommt. Denn heiße und säurehaltige Flüssigkeiten können das giftige Quecksilber aus der Amalgam-Füllung lösen. Hierbei besteht die Gefahr, dass das Öl das gelöste Quecksilber nicht vollständig binden kann und dieses so über die Mundschleimhaut in den Körper gelangt.     

Mit welchem Öl sollte man Ölziehen machen?

  • Sonnenblumenöl: Dies ist die ursprünglichste Form des Ölziehens. Das Öl ist günstig zu erwerben und für viele geschmacklich angenehm. Doch werden gerade beim Sonnenblumenöl häufig qualitativ minderwertige Öle verkauft. Daher sollte man besonders auf einen vertrauenswürdigen Hersteller achten.
  • Leinöl: Im Mund- und Rachenraum wirkt dieses Öl besonders heilend. In der antiken Medizin wurde Leinöl daher unter anderem bei Asthma, Husten, Bronchitis und Heiserkeit eingesetzt. Bitte beachten Sie, dass Leinöl nach Anbruch nur für kurze Zeit haltbar ist und daher im Kühlschrank aufbewahrt werden sollte.
  • Sesamöl: Im Ayurveda wird meist geröstetes Sesamöl verwendet. Sesamöl hilft speziell bei Zahnfleischentzündungen und Parodontose, da es entzündungshemmend wirkt.
  • Schwarzkümmelöl: Dieses Öl besteht vor allem aus ungesättigten Fettsäuren, ätherischen Ölen und weiteren wirkungsvollen Substanzen. 
  • Weizenkeimöl: Aufgrund seiner zellerneuernden Wirkung eignet sich Weizenkeimöl besonders zur Wund- und Narbenheilung und bietet sich so nach Operationen im Mundbereich an. Das Öl verbessert zudem den Stoffwechsel des Bindegewebes. Allerdings ist auch Weizenkeimöl wegen seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren nicht lange haltbar und sollte daher nur in kleinen Mengen gekauft werden.
  • Kokosöl: Natives Kokosöl eignet sich nicht nur wegen seines angenehmen Geschmacks zum Ölziehen. Es hat darüber hinaus auch antibakterielle Eigenschaften und ist daher besonders gut für die Mundflora. Kokosöl ist auch deshalb zum Ölziehen so beliebt, da es in sehr hoher Qualität erhältlich ist.
  • Olivenöl: Sehr wichtig ist hier, dass zum Ölziehen ausschließlich kaltgepresstes, natives Olivenöl benutzt wird.