Die Vision von Dr. Wolfgang Wöppel

Man kann Dr. med. Wolfgang Wöppel, den Gründer und ersten Ärztlichen Direktor der Hufeland Klinik mit gutem Grund als Pionier einer sanften, naturheilkundlich ausgerichteten Krebstherapie ansehen, die auf dem Boden einer zunehmend ganzheitlichen Wahrnehmung von Krankheit in unserer Zeit einen Weg aufzeigt in die Zukunft einer lösungsorientierten Medizin. Wir haben uns entschlossen, die folgenden Zeilen vom ihm unverändert zu übernehmen. Auch wenn einzelne Teile daraus an anderer Stelle aktualisiert werden mussten, zeigt der Originalton von Dr. Wöppel doch ganz deutlich die hohe fachliche Kompetenz des Autors und seine kritische Aufrichtigkeit und nicht zuletzt die Vision eines großen Arztes:

dr woeppel

"... Wenn man diese Entwicklung sieht und erkennen muss, dass die Strategie, die auf die Vernichtung des Krebses bis zur letzten Zelle ausgerichtet ist, nur relativ bescheidene Teilerfolge gebracht hat, dann ist es gerechtfertigt, den Anspruch dieses Konzeptes zu relativieren und andere Konzepte dagegen zu setzen. Ein solches Konzept ist die ganzheitliche Betrachtungsweise des Krebsgeschehens, wie sie von Issels, Zabel, Seeger und anderen schon seit den 50iger Jahren dieses Jahrhunderts propagiert wurde und auf die ich mich im Folgenden beziehe. Was heißt demnach ganzheitliche Betrachtungsweise?

Bei diesem Konzept ist der Tumor ein sekundäres Ereignis, dem eine Störung des Gesamtorganismus vorausgeht. Krebs wird somit als eine chronische Allgemeinerkrankung des Menschen definiert. Der Tumor ist damit nicht Ursache, sondern Produkt der Krebserkrankung, die der Tumorbildung weit vorausgeht. Demzufolge ist der Tumor also ein Symptom, das dem Arzt zeigt, dass dieser Organismus schwer chronisch krank ist. Es ist schließlich eine uralte Erkenntnis, dass nur ein geschwächter Körper krank werden kann. Nur wenn die Abwehr- und Reparatursysteme des Körpers versagen, kann eine, wodurch auch immer transformierte Krebszelle zu einem Tumor auswachsen. Beim gesunden Menschen sind diese Systeme imstande, jede gröbere Abweichung von der Norm zu erkennen und zu beheben.

Hormone, Fermente, Kohlenhydrate, oberflächenaktive Stoffe, Substanzen mit Redoxpotentialen und Stoffe, die die Fähigkeit haben, bioelektrische Potentiale aufzubauen und damit die Intensität des Stoffwechsels vor allem der Gewebeatmung zu bestimmen. Diese extrazelluläre Flüssigkeit wird nun verändert durch nervale Reize, durch das Blut, die Lymphe und das Stoffwechselverhalten der Organzellen. Aber auch die Psyche beeinflusst diese Flüssigkeit über das Nerven- und Hormonsystem. Es ist zu postulieren, dass Störungen der extrazellulären Flüssigkeit zwangsläufig Störungen an den Zellen hervorrufen. Das Mikroskop jedoch wird uns nur die Störung einer Zelle zeigen können, nicht aber das, was diese Störung verursacht hat.

Das System der Grundregulation ist damit ein besonders wichtiges System, das ohne Zweifel für die Entstehung und Verhütung vieler Krankheiten verantwortlich ist. Es würde jetzt zu weit gehen, Aufbau und Funktionsweise des Systems der Grundregulation detailliert darzustellen; dazu muss ich auf entsprechende Literatur verweisen. Für unsere Betrachtungsweise wichtig ist jedoch, dass eine nachhaltige Störung dieses Systems weitere Störungen nach sich zieht, nämlich: Funktionsstörungen verschiedener Zellen und Organe, Störungen der Entgiftungsleistung des Organismus, Störung des humoralen Milieus, Störung der normalen vegetativen Regulationsvorgänge im Körper, Veränderung des Membranverhaltens der einzelnen Zelle mit sekundärer Auswirkung auf den Zellstoffwechsel und schließlich Abwehrschwäche.

Wir sollten zur Kenntnis nehmen, dass komplexe Regulationsstörungen dazu führen können, dass eine wodurch auch immer transformierte Krebszelle sich zu einem Krebstumor mit all seinen schrecklichen Folgen entwickeln kann. Es kommt also ganz wesentlich darauf an, solche komplexen Regulationsstörungen möglichst frühzeitig zu erkennen, womit wir automatisch auch eine echte Krebsfrüherkennung und Krebsprophylaxe betreiben. Als hinweisende Verfahren, um das System der Grundregulation nach Pischinger zu überprüfen, möchte ich nennen: Die Thermoregulationsdiagnostik nach Schwamm und Rost, die Decoderdermographie, das SEG u. a. All diese Verfahren sind zwar nicht spezifisch in Bezug auf das Krebsgeschehen, denn eine Regulationsstarre findet man auch bei anderen chronischen Erkrankungen. Jedoch zeigte z. B. die Thermoregulationsdiagnostik nach dem Heidelberger Modell, dass es doch in immerhin 92 % der Fälle von Brustkrebs und 96 % der Fälle von Lungentumoren möglich ist, bereits vor einer Operation zu sagen, ob ein solcher Tumor gut oder bösartig ist.

Unspezifische Regulationsvorgänge sind demnach für das Tumorgeschehen von entscheidender Bedeutung. Es gibt auch eine Reihe von Hinweisen, dass die Behinderung der unspezifischen Regulationsvorgänge durch die Summierung vieler, teils vom Patienten kaum beobachteter Noxen zustande kommt.

Und damit kommen wir zu den ursächlichen Schädigungsfaktoren, die die Störung der Regulation auslösen. So stellen wir immer wieder fest, dass über 90 % aller Krebsarten herdbelastet sind. Ein Krebskranker ohne Herd ist eine absolute Seltenheit! Aber auch Störfelder im Sinne von Huneke und die individuelle Ernährung wirken sich als innere Faktoren auf das System der Grundregulation aus. Von großer Bedeutung sind aber auch seelische Einflüsse, erbliche Einflüsse und physikalisch-chemische Einflüsse (Umweltbelastungen, "Elektrosmog", Strahlenbelastungen, medikamentöse Belastungen).

Alle diese Faktoren wirken individuell unterschiedlich auf die Regulationsvorgänge des Körpers ein, blockieren diese und bereiten so den Weg für die Krankheit. Ganzheitliche Krebstherapie bedeutet deshalb, Erkennung und Beseitigung der individuellen Schädigungsfaktoren und der durch sie verursachten Schäden. Damit steht nicht der Tumor im Zentrum der Betrachtung, sondern das Individuum Mensch. Selbstverständlich wird man den Tumor nicht vollkommen negieren, sondern durchaus mit den von der Schulmedizin zur Verfügung gestellten Methoden behandeln."

 

Der Gründer: Dr. Wolfgang Wöppel

* 15. August 1946 in Aschaffenburg
+ 10. Juli 2006 in Bad Mergentheim

Dr. med. Wolfgang Wöppel wurde am 15. August 1946 in Aschaffenburg geboren. Seine berufliche Karriere begann an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Nach dem Studium der Medizin (1966-1971) und der Ausbildung zum Internisten war er in leitender Funktion am Kreiskrankenhaus Mosbach/Baden tätig mit den Schwerpunkten Intensivmedizin, Endoskopie, Röntgendiagnostik einschließlich Angiografie und der Betreuung von onkologischen Patienten.

Auf der Basis dieser breiten schulmedizinischen Ausbildung sah er die Möglichkeiten der rein konventionellen Krebstherapie als unzureichend an. Bestätigt wurde diese Erkenntnis durch die Bekanntschaft mit dem berühmten Onkologen Dr. Josef Issels, der mit seinen naturheilkundlichen Methoden und ganzheitlicher Denkweise die rein schulmedizinische Krebsbehandlung seiner Zeit in Frage gestellt und selbst außergewöhnliche Erfolge vorzuweisen hatte. Issels Theorien und Methoden beeinflussten die alternative Behandlung von Krebspatienten nachhaltig. In der Zusammenarbeit mit Dr. Issels in dessen Tagesklinik am Tegernsee sammelte Dr. Wöppel in den Jahren 1982-1984 wertvolle Erfahrungen auf dem Gebiet der ganzheitlichen Krebstherapie.

Am 25. Februar 1985 eröffnete Dr. Wöppel die Hufeland Klinik für ganzheitliche immunbiologische Therapie in Bad Mergentheim, die mittlerweile die älteste biologisch arbeitende Spezialklinik Deutschlands ist. Basierend auf den Issel'schen Behandlungsmethoden entwickelte Dr. Wöppel sein eigenes Konzept, dessen Kernaussage er häufig so formulierte: Die Krebskrankheit ist in dieser (ganzheitlichen) Sicht nämlich nicht nur die Störung eines einzelnen Organs, sondern immer Ausdruck einer umfassenden Störung des ganzen Menschen in seiner Einheit von Leib und Seele. Das therapeutische Vorgehen muss sich deshalb an den individuellen Ursachen orientieren, die zur Krankheit geführt haben könnten. Nur wenn diese Ursachen konsequent reduziert werden, kann der innere Arzt, der in jedem von uns steckt, seine Heilkräfte voll entfalten. Ein solcher Therapieansatz bekämpft nicht die Natur, sondern plant ihre Heilkräfte ein; sie zerstört nicht den Menschen, sondern baut ihn auf und eröffnet daher selbst dort noch Möglichkeiten, wo herkömmliche Methoden wirkungslos oder sogar schädlich sind.

Als bemerkenswert gilt, dass durch die Kombination aus biologischer Basistherapie, spezieller Vollwerternährung, aktivierender Immuntherapie, psychotherapeutischer Betreuung und möglichst schonend eingesetzter konventioneller Therapien, wie sie in der Hufeland Klinik durchgeführt werden, eine ungewöhnliche Häufung so genannter Spontanremissionen beobachtet werden kann, worüber Dr. Wöppel auf internationalen Symposien referiert hat (Heidelberg 1997; Kallithea 1998). Einige dieser Fälle sind veröffentlicht.

Experten der Columbia University New York haben diesen Sachverhalt im Rahmen einer zweijährigen Studie überprüft und bestätigt. Im Juli 2005 wurden die auffallend guten Ergebnisse in einem renommierten wissenschaftlichen Magazin publiziert: Judith S. Jacobson DrPH, MBA et al., Cancer Outcomes at the HUFELAND (Complementary/Alternative Medicine) Clinic: A Best-Case Series Review, Integrative Cancer Therapies, Vol 4, Number 2, 2005.

Dr. Wöppel wurde mit seinem Wissen und seiner Erfahrung auf dem Gebiet der ganzheitlichen Krebsbehandlung weltweite Anerkennung zuteil. Als Experte war er auf nationalen und internationalen Kongressen eingeladen, in zahlreichen Fernsehauftritten, Berichten und Presseartikeln hat er sein Therapiekonzept dargestellt.

Trotz seiner zahlreichen Verpflichtungen nahm er gerne auch gesellschaftliche Aufgaben in seiner Heimatstadt Bad Mergentheim wahr und engagierte sich bis zu seinem Tod im Jahre 2006 im Kirchengemeinde- und im Stadtrat. Privat genoss er als vierfacher Vater das Familienleben, dem er die höchste Priorität einräumte. Er suchte den Ausgleich zur intensiven beruflichen Tätigkeit in der Natur und in seinen vielfältigen Interessen: Gern ging er zur Jagd, war begeisterter Schachspieler, Freizeit-Pilot und Hobby-Zauberer, der mit seinen humorvoll gestalteten Zauberkünsten oft sein Publikum verblüffte.

Sein Lebenswerk wird fortgeführt: Unter der Leitung seiner Frau Gabriele und seiner Tochter Angelika, schenkt die Hufeland Klinik weiterhin Krebskranken und Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen neue Hoffnung und Lebenskraft.

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